Im krassen Gegensatz zur zweiten Etappe steht die dritte, die über drei Zeugenberge führt und dabei mehrere archäologisch hoch interessante Stätten berührt. Sie verdeutlicht die landschaftliche Vielfalt besonders stark: Steile Auf- und Abstiege wechseln mit langen, fast sentimentalen Abschnitten auf den Ebenen dazwischen.
Wir starten in der Ortschaft Buchberg, das wir mit dem Bus oder mit dem Zubringer erreichen. Am südwestlichen Ortsende, wo die Dorfstraße in die Kreisstraße nach Reichertshofen mündet, stoßen wir auf die Zeugenbergrunde. Unser Weg führt bald aufwärts über die Wiesen. Am Buchberg erspüren wir die Entstehungsgeschichte der Zeugenberge hautnah: Je weiter wir aufwärts kommen, desto steiler wird der Berg. Das hat seinen Grund darin zu suchen, dass die erodierten Gesteins- und Erdmassen einen nach unten auslaufenden Kegel rund um den Bergstumpf gebildet haben; wo sie abgetragen worden sind, zeigt der Buchberg seine erbitterten Zähne.
Kurz vor dem Busch bestandenen Übergangsbereich zwischen Wiesen und Wald biegen wir nach links ab; später führt unser Weg wunderbar mäandrierend durch duftend sonnige, äußerst kleinräumige Mischgebiete, wo Obstgärten, Hecken und Waldabteile einander abwechseln. Später erreicht unser Weg am Steilhang die Auffahrtsstraße, die von der Ortschaft Buchberg zum Gipfelplateau führt. Wir nutzen sie, um den Steilhang zu überwinden; kurz bevor wir das Gipfelplateau erreichen, wählen wir aber den nach halblinks abzweigenden Fuchsweg, der uns durch den Steilhang führt. Vor Beginn der Vegetation bieten sich von hier, dem Glasberg, atemberaubende Aussichten auf die südwestlich vor uns liegenden mittelfränkischen Sandebenen. Nach einigen scharfen Kehren steigen wir schließlich auf das Gipfelplateau und später auf die flache Gipfelebene des Buchbergs.
Dicht am Gipfel erreichen wir die Artefakte des früheren keltischen Oppidums. Noch gut sichtbar ist der äußere Wall, einst Wehrmauer, nun Grundlage für unseren vergnüglichen Pfad. Er bringt uns nach kurzem Abstieg zum früheren Eingang der Festung, dem Zangentor am Nordostpfeiler des Buchbergs. Nach enorm steilem Abstieg erreichen wir wieder den Fuchsweg und biegen scharf nach links ab. Herrliche Pfade bringen uns schließlich auf die Nordseite des Buchbergs, von wo aus wir auf breiterem Fahrwegen mit mehreren Abzweigungen, den Ringweg versetzt überquerend, in die stille Waldesruhe der Haid mit ihren Heidelbeersträuchern hinunter wandern. Nach geraumer Zeit gelangen wir wieder ins Freie. Vom Wanderparkplatz auf der Nordseite des Buchbergs aus überqueren wir die zugegebener Weise nicht besonders attrak?tive, agrarisch strukturierte und fast vollkommen flache Ebene in nördlicher Richtung, bis wir die westlichsten Häuser von Stauf erreichen. Immer im Blick ist dabei der Staufer Berg, ein kleiner Zeugenberg, dem die Erosion die frühere Kalkabdeckung völlig entrissen hat. Ihm fehlt daher auch ein Gipfelplateau; geblieben ist lediglich ein Rumpf, der zur Sandsteinformation des Dogger gehört.
Recht aussichtsreich und mit mehreren Wendungen besteigen wir nun den kleinen Zeugenberg. Rund um den Gipfel zieht sich ein deutlich sichtbarer Halsgraben, der zu einer früheren Burg des Geschlechts derer von Stauf gehörte. Weder zur Burg noch zum Geschlecht derer von Stauf sind allzu viel Urkunden zu finden; der Sage nach ist die Stätte jedoch vom letzten Burgfräulein behaust, die wegen ihres Geizes und ihrer Unbeugsamkeit nie die letzte Ruhe finden kann. Mag sein, dass es die charakterlichen Qualitäten der damaligen Burgherren waren, die es den Chronisten als angebracht erscheinen ließen, das Tuch des Vergessens über ihre Geschichte zu werfen. Auf der Westseite des Staufer Bergs eröffnet sich uns ein wunderbarer Blick - weite Wiesen, sanft gewellte Hügel. Recht steil steigen wir den Westsporn des kleinen Zeugenbergs hinunter, später wandern wir am südseitigen Waldrand der Wälder entlang. Wieder liegt eine weite Ebene vor uns. Wir wandern über die Berngauer Fluren, über Wiesen und Felder ? weite Blicke in alle Richtungen. Ganz nah, nur wenige hundert Meter nördlich von unserem Weg, zieht sich die europäische Hauptwasserscheide hin.
Geraume Zeit später erreichen wir zunächst den Waldrand; später wandern wir in ihn hinein. Bald zweigt unser Weg von der Forstraße nach links ab; unser Waldweg führt uns bergan, zunächst durch dichten Fichtenwald, bald darauf (an der Schichtkante von Dogger a zu Dogger ß) sehr viel steiler und landschaftlich attraktiver durch lichten Kiefernwald. Die roten Sande, die auf der Hohen Ahnt zu Tage treten, kontrastieren vor allem im Frühling mit dem frischen Grün der Heidelbeergrüppchen.
Windungsreich und höchst vergnüglich überschreiten wir die Hohe Ahnt, die, wie schon der Staufer Berg und wie auch der Tyrolsberg, ihre Kalkabdeckung völlig verloren hat. Bald erreichen wir das schmucke, am Südhang des gleichnamigen Bergs gelegene Tyrolsberg, das zu Gemeinde Berngau gehört. Gern lassen wir uns von der freundlichen Gastwirtschaft "Berngauer Hof" nahe der Kirche (bis dorthin Markierung Rotpunkt / blaue 5) verköstigen. Nach Bier oder Lunch bringt uns unser Zubringer wieder zurück in unser Quartier.
Von Buchberg nach Tyrolsberg (12,0 km, 400 hm auf, 350 hm ab)


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