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  Bequeme, stille Wanderung, ruhigste Etappe auf der Zeugenbergrunde  
     
 

Sehr viel verborgener und stiller als auf der ersten wird es auf unserer zweiten Etappe, die wir in Höhenberg nach einer angenehmen Nacht und einem guten Frühstück beginnen. Der zentrale Wegweiser in Höhenberg meint: Buchberg / Gipfel  14,6 km. Wir werden unsere Wanderung aus gutem Grund jedoch bereits kurz davor beenden, um in Neumarkt die vergnüglichen und interessanten Kulturangebote nutzen zu können.

Unser Weg führt uns neben der Zufahrtsstraße zur Mariahilf-Kirche fast eben am Albtrauf entlang. Gelegentlich bieten sich tiefe Blicke hinunter in das Neumarkter Becken. Über den Parkplatz gelangen wir zu einer Stiege, die zum Vorplatz der Mariahilf-Kirche hinunter führt. 
Eine Besichtigung der erst im 20. Jahrhundert erbauten Kirche lohnt sich nicht nur für Andacht-Suchende. Die innige Stimmung der Kirche korrespondiert mit der wunderbaren Sicht hinunter nach Neumarkt. Herrlicher Buchenwald umsäumt die steilen Hänge, über die der Kreuzweg vom Kloster St. Joseph herauf führt; er bringt uns auch die Mariahilf-Schlaufe des Jurasteigs entgegen, die uns von hier an begleitet.

Vom Vorplatz der Klosterkirche aus steigen wir über ein paar Treppen zur Grotte unterhalb der Kirche. Hier wenden wir uns nach links und folgen einem wunderschönen Pfad, der sich am Hang entlang windet und später mit mäßigem Gefälle abwärts führt. Bemerkenswert ist der Buchen-Robenien-Mischwald, der auf dem Südhang des Mariahilfbergs gedeiht. Später tritt der genussvolle Pfad ins Freie und springt, mehrfache Wendungen vollführend, über die Wiesen oberhalb von Lähr, einer zu Neumarkt gehörenden Ortslage.
In Lähr wenden wir uns nach rechts und folgen dem Zufahrtssträßchen in südwestlicher Richtung auf den Wald zu. Der Untergrund besteht aus Schwemmsanden, die sich während der nacheiszeitlichen Fluten hier abgesetzt hat. Die magere Krume ist bestimmend für die Vegetation: Fast nur krüppelige, kleine Kiefern gedeihen hier; im Sommer erhitzt sich der Waldboden, so dass nur wenig Unterholz vorhanden ist. Der Trockenstandort ist Nährboden für zahlreiche Pflanzen und Insekten, die wir ansonsten nur selten in Deutschland finden können.

Unser Waldweg tritt kurz ins Freie; vorsichtig überqueren wir die Bundesstraße B 8. Kurz darauf empfängt uns die Hasenheide. An Werktagen im Frühjahr entfaltet sich hier eine merkwürdige "Hör-Zen-Sation": Das Gebrüll der Vöglein kontrastiert mit dem leise singenden Anlagen der Baumaterialindustrie. Unser Weg schlängelt sich über mehrere Sandhügel, immer wieder die Richtung wechselnd. Später gelangen wir auf den Saumpfad neben der Bahnlinie nach Regensburg, der wir ein geraumes Stück folgen. Nahe Weichselstein unterqueren wir die Bahn und wenden uns kurz wieder in nördlicher Richtung. Immer weiter führt uns unser Weg. Etwa zwei Stunden von unserem Ausgangspunkt gelangen wir, nach nochmaliger Wendung nach Norden, zum Gelände der Neumarkter Trabrennbahn. Familien mit Kindern mögen sich dazu entscheiden, den schön angelegten Jura-Zoo zu besuchen, einem Privat-Zoo, der wegen seiner Gibbon-Zucht bekannt ist.

Unser weiterer Weg führt uns nun beschaulich und eben auf den Treidelpfaden des Alten Ludwigskanals entlang. Das von Radlern und Spaziergängern gern benutzte Wasserbauwerk führt schnurgerade nach Süden. Wasserrosen und verschiedene interessante Wasserpflanzen haben hier ihre Heimat gefunden. Bei der Ölkuchenmühle überqueren wir den Kanal und folgen ihm auf seiner westlichen Seite. Wo er aus dem Wald heraus tritt, wählen wir einen kleinen Fahrweg nach rechts. Er bringt uns bald in einen sehr stillen, fast unberührten Wald, durch den wir auf Pfaden hindurch wandern. Über eine Lichtung gelangen wir schließlich ins Freie, wo wir nach rechts abbiegen.

Da steht er, der wuchtigste und imposanteste aller Zeugenberge: Der Buchberg mit seinen mächtigen, Buchen bestandenen Flanken. Er wird uns auf der nächsten Etappe, ab dem Ort Buchberg, beschäftigen.

Wir wenden uns an der kleinen Zufahrtsstraße in die Ortschaft Buchberg. Von hier aus können wir uns per Bus oder Abholer zurück nach Neumarkt in unser Quartier bringen lassen. Wer möchte, kann auch in der Ortschaft Buchberg übernachten (Pension "Am Wald - Haus Elisabeth", Tel. 09181/9440) oder einkehren; eine empfehlenswerte griechische Gastwirtschaft bietet schmackhafte Gerichte an.

Von Höhenberg nach Buchberg (11,5 km, 65 hm auf, 200 hm ab)